Eigentlich wollte die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen am Samstagabend in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA zwei Serien beenden. Einerseits, zum ersten Mal zu Hause gegen die CATL Basketball Löwen Erfurt gewinnen, andererseits, erstmals in dieser Saison vier Siege in Folge einzufahren. Es sei vorweggenommen, daraus wurde nichts. Die Kangaroos unterlagen in letzter Sekunde in einem wahren Basketballkrimi den Thüringern mit 83:85. Die Niederlage war ein herber Rückschlag im Kampf um die Play-Offs, um die man auf dem siebten Tabellenplatzt liegend nun wieder bangen muss.
Die Stadtberger Sporthalle war bestens gefüllt, 1044 Zuschauer waren bekommen, davon rund 200 Fans der Fußballer der TSG Stadtbergen im Rahmen der Vereinspartnerschaften. Nach dem FC Bayern Spiel war es zum zweiten Mal eine vierstellige Kulisse, die der BG aber offensichtlich nicht behagt. Denn auch gegen die Münchner hatte man zu Jahresbeginn hauchdünn mit zwei Punkten verloren. Die Gäste konnten erstmals seit vielen Wochen in kompletter Besetzung antreten und erwischten den besseren Start. Sie waren in der Verteidigung exakt auf die Spielzüge der Leitershofer vorbereitet, wodurch diese nur sehr schwierig Anspiele an den Korb fanden. Dies führte wieder einmal zu einer längst vergessen geglaubten Masse an Dreipunktewürfe. Im ersten Viertel nahm man elf Schüsse von jenseits der 6,75 Meter Linie, traf aber eben nur zwei davon. Dies nutzten die Löwen geschickt und gewannen das erste Viertel mit 25:20. Sie ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ihr Chefcoach Florian Gut bereits nach sechs Minuten mit zwei aufeinanderfolgenden T-Fouls die Halle verlassen musste und sich gar nicht mehr beruhigen konnte. Im Gegenteil, es schien sogar ein Vorteil für die Thüringer. Co-Trainer Kemal Velishaev übernahm das Kommando und sorgte dafür, dass sein Team weiter auf höchstem taktischem Niveau agierte. Meist doppelten zwei Spieler den ballführenden Kangaroos-Akteur, dieser bekam viel zu selten im Match die notwendige Unterstützung von einem Mitspieler. Angetrieben vom starken Amerikaner Michael Mitchell Jr. zogen die Thüringer auf 43:30 davon. Sein Landsmann Brain Dawson hielt aber dagegen und die BG konnte den Rückstand bis zum Pausentee wieder auf sieben Punkte verkürzen.
Das dritte Viertel war das Beste der BG. Man erhöhte nun die Intensität in der Verteidigung und agierte im Angriff variabler. Zur Freude der Fans holte man Punkt um Punkt auf, erneut Dawson per Dreier zum 58:58 und per Freiwürfe sogar zur erstmaligen 60:58 Führung ließen die Halle Kopf stehen. Vor dem letzten Viertel war wieder alles möglich. Erneut zogen die Gäste aber einige Punkte weg, dann verkürzte Brendan Gregori per Dreier wieder auf 78:79 (37. Spielminute). Beim Spielstand von 80:83 ging es in die letzten fünfzehn Sekunden. Diese wurde dramatisch. Erfurts Mitchell musste mit einem disqualifizierenden Foul fernab des Balls die Halle verlassen. Von den beiden Freiwürfen traf Tom Alte nur einen, im daraus folgenden Ballbesitz bei einem D-Foul wurde wieder einmal Brian Dawson gefoult und glich fünf Sekunden vor dem Ende zum 83:83 aus. Es folgte die letzte Auszeit für Erfurt. Danach brachten die Löwen den Ball geschickt auf ihren routinierten Center Paul Albrecht, die Verteidigung der Kangaroos agierte nicht optimal und Albrecht netzte mit einem Hakenwurf zum umjubelten Sieg für seine Farben ein. Für Leitershofen wäre ein Sieg möglich gewesen, unverdient waren die 2 Punkte für die Gäste aber sicherlich auch nicht. Gerade auf der Centerposition hatte man eine sehr clevere Leistung an diesem Abend abgegeben und darf nun auch wieder die Play-Offs im Visier haben, wenn sie in dieser Form und in dieser Besetzung die Saison weiterspielen können. Auf die Kangaroos, bei denen Dawson zu wenig Unterstützung seiner Mitspieler bekommen hatte, wartet kommendes Wochenende das Auswärtsspiel bei den Dresden Titans, welche sich zuletzt ebenfalls personell verstärkt haben. in zwei Wochen ist dann Speyer zu Gast in Stadtbergen. Zwei richtungsweisende Spiele für die BG.
BG Hessing Leitershofen: Dawson (33), Gregori (9), Göbel, Richardson (7), Womala (8), Anderson, Ansah (12), Heinrich, Hamann, Westermeir (5), Alte (9).
Beste Werfer Erfurt: Micthell (24), Kamdem (17), Albrecht (16)
Stimmen zum Spiel:
BG-Chefcoach Emanuel Richter: „Glückwunsch an Erfurt. Zu Beginn der Partie haben sie schwierige, aber für sie wichtige Würfe getroffen. Zudem haben sie den Raum unter dem Korb konsequent zugemacht und uns so zu vielen Dreiern gezwungen. An einem Abend, an dem wir mit 2 von 13 Dreipunktewürfen gestartet sind. Nach der Pause haben wir unseren Wurfrhythmus gefunden, letztendlich hat dann am Ende auch ein Quäntchen Glück gefehlt“.
Kangaroos-Geschäftsführer Wayne Chico Pittman: „Es war ein spannendes Spiel mit Auf und Abs und zwei stark kämpfenden Teams. In der ersten Halbzeit waren wir bei Dreiern, Rebounds und Turnovers nicht so gut, wie es sein müsste, um das Spiel zu gewinnen. Die zweite Halbzeit war weit besser, aber klar, du hängst dann halt immer hinterher und das kostet enorm viel Kraft. Mitchell haben wir zu viel Platz gelassen und auch Albrecht nicht in den Griff bekommen, der am Ende 16 Rebounds hatte. Danke an unsere Fans, die herausragend waren.“