Die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen muss wieder um die Teilnahme an den Play-Offs in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA bangen. Die Kangaroos unterlagen am Samstagabend dem Tabellenzweiten BBC Coburg mit 76:85 (38:33) und befinden sich dadurch in der Tabelle weiterhin in einem dichten Pulk von acht Mannschaften, welche an den verbleibenden drei Spieltagen der Hauptrunde die restlichen sechs Plätze für die Saisonverlängerung ausspielen.
Die 923 Zuschauern in der Stadtberger Sporthalle, die für eine großartige Kulisse sorgten, bekamen von Beginn an eine knüppelharte und sehr umkämpfte Partie geboten. Beide Teams konnten in Bestbesetzung antreten. Der Beginn des Matches stand im Zeichen der „Dawsons“. Coburg kam mit seinem überragenden US-Spieler Darius Dawson etwas besser ins Spiel, sein Namensvetter auf der Gegenseite Brain Dawson sorgte mit fünf Punkten in Folge aber dafür, dass die Stadtberger bis zum Ende des ersten Viertels wieder herankamen. Beim Spielstand von 14:15 war bis dato wenig passiert. Anschließend stellte BG-Coach Richter Emanuel Womala gegen Dawson, der dessen Aktionen deutlich besser Grenzen aufzeigen konnte, dann auch eine kleine Pasue auf der Bank bekam. Die BG nutzte dies und zog auf 28:19 davon. Den Vorsprung nahm man mit in die Halbzeitpause und profitierte auch davon, dass den Oberfranken in der ersten Halbzeit kein einziger erfolgreicher Dreipunktwurf bei zehn Versuchen gelang.
Dies änderte sich dann nach der Pasue. Der stark spielende Kapitän Nico Wenzel netzte drei Mal in Folge von jenseits der 6,75 Meter Linie ein und brachte die Vestestädter wieder heran. Eine Weile ging es dann hin und her. Ferenc Gille sorgte erst per Dreier und mit einem dynamischen Alleingang über das ganze Feld wieder für eine 53:52 Führung (27. Spielminute), das Momentum lag nun eigentlich bei der BG, auch weil die Stimmung in die Halle hochkochte. Die Partie wurde dann aber endlos unterbrochen, weil es beim Korberfolg zwischen Gille und seinem Gegenspieler Döntgens zu einem Körperkontakt gekommen war. Der Schiedsrichter zitierte Gille über das ganze Feld zurück und sprach endlos eindringlich auf die Kontrahenten ein. Die Situation schien bereinigt, Gille wollte seinem Gegenspieler die Hand geben, dies schlug dieser aus. Gille bekam dann ein T-Foul, weil er das Publikum noch einmal anstachelte. Die unnötige Pause brachte aber einen Bruch ins Spiel der BG. Coburg blieb cool und brachte sich mit einem 9:0 Lauf wieder in Front. Der Rest des Spieles war dann schnell erzählt: Die Kangaroos wirkten konsterniert, es gelang wenig, dazu fehlte die Entschlossenheit beim Rebound und Coburg brachte das Spiel eigentlich weitestgehend problemlos über das ganze letzte Viertel hinweg ins Ziel. Es war am Ende ein hochverdienter Sieg der Gäste, welche ihre Klasse bewiesen und insgesamt sehr geschlossen als Mannschaft auftraten. In dieser Verfassung sind die Nordbayern sicherlich ein ganz heißer Aspirant um den Aufstieg in die Pro-A.
Die Kangaroos bleiben zunächst zwar auf Platz fünf in der Tabelle, haben weiterhin Chancen auf das Heimrecht über Platz drei oder vier, können aber auch noch ganz aus den Play-Offs fallen. Das Restprogramm hat es in sich: Am kommenden Samstag gastiert man beim TV Langen, gegen den man in der Vorrunde deutlich zu Hause unterlegen war. Eine Woche später findet das letzte Heimspiel gegen Oberhaching statt, ehe die Hauptrunde in Frankfurt endet. Beide Teams sind direkte Verfolger in der Tabelle, Oberhaching punktgleich und Frankfurt aktuell mit einem Sieg weniger.
BG Hessing Leitershofen: Dawson (16), Gregori (3), Göbel (2), Richardson (7), Womala (2), Ansah (8), Gille (15), Hamann (3), Westermeir (10), Alte (10)
Beste Werfer Coburg: Dawson (23), Fasoyiro (16), Wenzl (15), Döntgens (12), Herzog (10).
Stimmen zum Spiel
BG-Chefcoach Emanuel Richter: „Glückwunsch an Coburg zum Sieg. Sie haben besonders in der zweiten Halbzeit sehr solide gespielt und sich den Erfolg verdient. Wir hatten heute zwei entscheidende Faktoren zu verzeichnen, einmal das verlorene Rebound Duell und dazu kamen zu viele Ballverluste. Wir müssen jetzt den Mund abwischen und die Lehren aus dem Spiel ziehen. Der Blick geht nach vorne, mit Langen wartet schon die nächste Aufgabe auf uns“.
Kangaroos-Geschäftsführer Wayne Chico Pittman: „Es war auf beiden Seiten sehr ruppig. Wir haben zu viele einfache Chancen liegen gelassen, das hat Coburg besser gemacht und dann gerätst Du in Rückstand und läufst hinterher. Man hatte den Eindruck, dass Coburg den Sieg in der zweiten Halbzeit vielleicht mehr gewollt hat. Weniger Turnovers und mehr Rebounds sowie mehr Ruhe in den entscheidenden Situationen, dann muss es funktionieren mit den Play-Offs. Nun wollen wir am Samstag in Langen punkten, wir werden einen Tag vorher anreisen, um bestmöglich vorbereitet zu sein.“