Saisonende für die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA. Die Kangaroos verloren am Sonntagnachmittag im Achtelfinale gegen die EN Baskets Schwelm das dritte Spiel in der Serie „best-of-three“ mit 76:84. Das Heimrecht in diesem entscheidenden Match zog für die BG nicht, vielmehr präsentierte sich der Gegner spielerisch und vor allem taktisch den Kangaroos weit überlegen und zog hochverdient in die nächste Runde ein. Dort warten dann im Lokalderby die ETB Miners Essen auf die Westfalen. Insgesamt haben nun fünf Teams aus der Nordgruppe und nur deren drei aus dem Süden die nächste Runde erreicht (in der Saison davor war die Bilanz noch 7:1 für den Norden).
Die Leitershofer beorderten nach der Freitagsniederlage Emanuel Ansah in die Startformation. Eine wirksame Maßnahme, denn der Forward erzielte sofort 11 Punkte. Die 968 Zuschauer zeigten sich begeistert, denn dies führte zu einer 17:0 Führung nach fünf Minuten. Anschließend verpasste man, den Vorsprung noch auszubauen, denn für den Gegner schien der Korb wie vernagelt. Aber auch die BG schoss fortan viele Fahrkarten. Trotzdem, eine 20:3 Führung nach dem ersten Viertel war mehr als respektabel. Ein gutes Gefühl durfte man aber nicht haben, denn die Baskets bewiesen eines: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Man stellte die Verteidigung um, agierte nun primär mit einer Zonendeckung, nahm früh beide Auszeiten und fiel nie in Hektik. Das zweite Viertel ging mit an Schwelm, zur Halbzeit führte die BG aber immer noch mit 41:31. Auch im dritten Abschnitt waren die Gäste das abgezocktere Team, kamen auf 48:50 heran. Die Kangaroos hielten dagegen, boten zumindest Kampfgeist, dafür aber wenige klare Spielzüge und nahmen eine 63:58 Führung in die letzten zehn Minuten mit. Schwelm behielt aber weiterhin die Ruhe. Man zog die Räume in der Zone zu, zwang die Kangaroos dadurch zu unzähligen Dreipunktewürfen, von denen die meisten das Ziel verfehlten. Offenbar hatte man die Kangaroos gut gescoutet. Der überragende Marius Stoll führte Regie, übte in jedem Angriff Druck auf den Korb aus und fand immer den besser postierten Mitspieler. Und dieser dann oft noch eine weitere Option für ganz einfache Korbleger unter dem Brett. Stoll war es auch in der 33. Minute, der die erste Führung für seine Farben zum 66:64 erzielte. Beim 70:71 waren dann noch drei Minuten zu spielen. Die Kangaroos agierten aber nicht wirklich gut, die Baskets hatten das Momentum und noch nicht einmal große Probleme, den Sieg nach Hause zu fahren. Führungsspieler auf Leitershofer Seite suchte man in dieser Phase vergebens. Der Unterschied an diesem Abend war frappierend: Schwelm, das auch noch auf drei Leistungsträger verzichten musste, spielte als Team einfach einen herausragenden Basketball. Die Baskets hatten am Ende die bessere Dreierquote und die bessere Freiwurfquote, weniger Turnovers. Die Kangaroos konnten ihre Überlegenheit bei den Rebounds nicht nutzen für zweite oder dritte Chancen.
Für die Stadtberger endet somit eine insgesamt enttäuschende Saison. Keines der vor der Saison definierten hohen Ziele wurde auch nur ansatzweise erreicht. In Summe stehen 14 Siege deren 13 Niederlagen gegenüber. Somit bleibt das Jahr 2011 stehen, als die Kangaroos das letzte Mal ein Viertelfinale in der PRO B erreichten. Lediglich das Publikum war bei allen 15 Heimspielen voll da, unterstützte das Team aufopferungsvoll und bewies dazu auch noch grenzenlos viel Geduld.
BG Hessing Leitershofen: Dawson (8), Gregori (8), Richardson (13), Womala (1), Ansah (23), Gille (5), Hamann (6), Westermeir, Alte (12).
Beste Werfer Schwelm: Merz (26), Patterson (18), Stoll (11)
Stimmen zum Spiel:
Kangaroos Geschäftsführer Wayne Pittman: „Das erste Viertel war souverän von unserem Team, da hatten wir auch Körpersprache. Danach hat der Schwelmer Coach clever in der Verteidigung umgestellt. Damit kamen wir nicht zurecht, hatten kein Mittel. Am Ende hatten wir leider nur ein einziges Konzept und das hat nicht gegriffen, das hat sich leider in Summe über die Saison gezogen.“