Die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen hat in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA einen Befreiungsschlag getätigt. Am späten Samstagnachmittag gewann man die Auswärtspartie bei den SV Fellbach Flashers auch in dieser Höhe verdient mit 88:51 (34:12) und bleibt damit mittendrin im Rennen um die Play-Off Plätze. Vor allem eine herausragende Defensive und eine geschlossene Mannschaftsleistung gaben den Ausschlag für diesen Kantersieg.
Von Beginn an agierten die Kangaroos sehr konzentriert und ließen in der Verteidigung gar nichts anbrennen. Man verstellte den Württembergern jeden Weg zum Korb, verteidigte auch deren Distanzwürfe sehr clever und schnappte sich nahezu jeden Rebound, nachdem man zuvor die Flashers oft zu schlechten Abschlüssen gezwungen hatte. Es dauerte exakt acht Minuten und zwanzig Sekunden, bevor die Gastgeber ihren ersten Korb zum Spielstand von 2:16 erzielen konnten. Der Viertelstand von 18:2 dürfte auch kein alltäglicher Score in einem Spiel der PRO B gewesen sein. Und es kam noch besser für die Leitershofer: In der 15. Spielminute leuchtete ein 30:3 zu ihren Gunsten von der Anzeigetafel. Und dies war keinem technischen Fehler auf dem Board geschuldet, sondern einer weiterhin defensiv sehr stabilen und offensiv sehr einfallsreichen Spielweise der Kangaroos. Anschließend kam die einzige Phase, welche den rund 500 Fans in der Gäuäckerhalle nochmals Hoffnung gab. Die Fellbacher konnten halbzeitübergreifend den Rückstand auf 21:34 verkürzen und BG-Aufbauspieler Brain Dawson musste in dieser Phase auch noch frühzeitig das Feld verlassen. Der US-Amerikaner hatte nach einem Ballverlust ein unsportliches Foul kassiert und anschließend nach einem verbalen Scharmützel mit Ex-Kangaroo Jakob Hanzalek noch ein T-Foul hinterher. Doch die Kangaroos konnte auch dieses Missgeschick nicht aus der Ruhe bringen: Eiskalt konterte man den Lauf des Gegners. Zion Richardson mit drei Dreiern und einem Korbleger, Clint Hamann per Dunking und Korbleger, und schnell stand es bereits wieder 49:25. Das war praktisch die Vorentscheidung, der Gegner war nun sichtbar konsterniert. Richardson spielte sich in einen wahren Rausch, traf sieben von acht Dreipunktewürfen. Der Rest des Teams hielt das Tempo hoch und ließ in der Abwehr auch weiterhin keinen Millimeter Raum. Besonders erfreulich, dass die Stadtberger in diesem Match einen wirklich guten Mix aus Distanzwürfen und Aktionen direkt zum Korb fanden. Dies erhöhte die Variabilität des Spieles enorm und stellte den SV vor große Probleme. Nach dem dritten Viertel führte Leitershofen mit 61:33. Blieb noch das zuletzt mitunter doch schwächelnden vierte Viertel: Auch hier hielt sich die BG dieses Mal schadlos und gewann diesen Abschnitt ebenfalls souverän mit 27:18. Emmanuel Womala setzte schließlich den Schlusspunkt per Korbleger und am Ende der Partie durfte auch noch die große Rotation angeworfen werden, so dass alle Akteure zum Einsatz kamen. Mit dem Vorsprung von 37 Punkten hat man sich dazuhin auch den direkten Vergleich gegen das Team aus dem Stuttgarter Norden gesichert, der angesichts der Enge in der Tabelle in der Schlussabrechnung noch sehr wichtig werden kann.
Herausregend an diesem Abend die Quoten der Kangaroos: 46% von der Dreierlinie (12 von 26), 74% von der Freiwurflinie (14 von 19), 63% bei den 2-Punktewürfen, dazu auch ein Plus bei den Rebounds und Turnovers. Das Zusammenspiel der Mannschaft lief an diesem Abend wie aus einem Guss. Fellbach hingegen traf nur einen Dreier bei 16 Versuchen, sicherlich auch ein Indiz für die letztendliche Höhe dieses hochverdienten Sieges der Kangaroos. Für diese geht es nun am kommenden Samstag in eigener Halle gegen die Orange Academy Ulm weiter (Spielbeginn 19.30 Uhr Sporthalle Stadtbergen), ihres Zeichens immerhin aktueller Tabellenführer der PRO-B-Süd. Mit der Leistung vom Samstag dürfen sich die Stadtberger Fans sicherlich auch in diesem Spiel eine Chance ausrechnen.
BG Hessing Leitershofen: Dawson (9), Gregori (7), Göbel (1), Richardson (36), Womala (7), Anderson, Ansah (4), Heinrich, Hamann (13), Westermeir (6), Alte (5).
Beste Werfer Fellbach: Butler (19), Schlipf (7), Davis (7).
Stimmen zum Spiel:
BG Headcoach Emanuel Richter: „Kompliment an die Jungs für diese großartige Defensivleistung. In Fellbach im ersten Viertel nur 2 Punkte zuzulassen, ist alles andere als selbstverständlich. Schon gegen Bayern haben wir eine gute Leistung in der Verteidigung gezeigt und darauf bauen wir weiter auf. Insgesamt haben wir überragend als Mannschaft gespielt“.
Kangaroos-Geschäftsführer Wayne Chico Pittman: „Das Team hat heute ein sehr großes Ausrufezeichen gesetzt. Defense, gutes Zusammenspiel, die Fehler des Gegners bestraft, Taktik, Wurfquoten, da war alles dabei. Wir sind mit hohem Aufwand in das Spiel gegangen, haben uns dafür belohnt, dann kommt der Spaß zurück und plötzlich fallen auch schwere Würfe. Danke an die Mannschaft und das Trainerteam für dieses Spiel und nicht zu vergessen an die wenigen Fans, die dem Winter getrotzt haben und unter erschwerten Bedingungen nach Fellbach angereist sind. Nun freuen wir uns auf Ulm nächsten Samstag“.