Kangaroos verlieren das Derby gegen Bayern München knapp

Kangaroos verlieren das Derby gegen Bayern München knapp
Kangaroos verlieren das Derby gegen Bayern München knapp
Bildquelle: Kangaroos Social Media

Die BG Hessing Leitershofen/Stadtbergen ist in der BARMER 2. BASKETBALL BUNDESLIGA schlecht in das Jahr 2026 gestartet. Am Samstagabend unterlag man im Süd-Derby dem FC Bayern München Basketball II genauso knapp wie unnötig mit 65:67 (36:37). Nach der dritten Niederlage in Folge sind die Kangaroos nun aus den Play-Off Plätzen in der Tabelle gefallen.

Über 1100 Zuschauer in der Stadtberger Sporthalle sorgten für eine prächtige Kulisse. Die Münchner
waren in ihrer aktuell besten Besetzung angereist, hatten aber auf der Trainerposition einen Wechsel
zu vermelden. Basketballlegende Emir „Muki“ Mutapcic agiert künftig als Co-Trainer der ersten
Mannschaft unter seinem langjährigen Weggefährten Svetislav Pesic, der dieses Amt vor
Weihnachten von Gordon Herbert übernommen hatte. Für ihn verantwortet nun der bisherige Co- und
JBBL-Trainer Luca Palumbo das Geschehen in der PRO B. Bei den Kangaroos fehlte weiterhin der
verletzte Ferenc Gille, dafür war erstmals Neuzugang Emmanuel Ansah an Bord. Zu Beginn der Partie
zeigten sich die Gäste beim Rebound wesentlich wacher als die BG, pflückten sich 10 der ersten 13
Abpraller. Und weil die Leitershofer auch unter dem Korb einige leichte Würfe liegen ließen, stand
rasch eine 18:9 Führung für die Bayern auf der Anzeigetafel. Nach einer Auszeit von BG-Chefcoach
Emanuel Richter kehrten die Kangaroos aber wieder ins Spiel zurück. Vor allem dank einiger
erfolgreicher Würfe von Neuzugang Ansah kämpfte man sich Punkt um Punkt heran und verkürzte bis
zur Halbzeitpause wieder auf lediglich einen Punkt Differenz. Das Match bürgte bis dahin nicht
unbedingt von hoher spielerischer Klasse, bot aber jede Menge Dynamik, was auch der angenehm
großzügigen Linie der sehr guten Unparteiischen zu verdanken war. Im dritten Viertel sahen die Fans
dann die beste Phase ihres Teams. Zwar lief im Angriff weiterhin nicht jeder Spielzug reibungslos, mit
einer engagierten Verteidigung und sehr viel Kampf und Moral bot man nun den aggressiven Bayern
Paroli und belohnte sich mit einem 20:12 Viertelsieg, der gleichbedeutend mit der eigenen 56:49
Führung war. Die Halle stand nun Kopf, die Dinge schienen einen guten Lauf zu nehmen.
Allerdings stand aber eben noch das vierte Viertel auf dem Programm, in welchem bekanntermaßen in
den letzten Wochen ja viele Spiele für die BG noch verloren gingen. Warum die Kangaroos auch
dieses Mal das Selbstvertrauen aus der Phase zuvor nicht mitnehmen konnten, bleibt eigentlich
unerklärlich. Sage und schreibe über 6 Minuten gelang den Stadtbergern kein einziger Korberfolg. Die
Münchner passten sich aber dem Niveau an und vergaben auch jede Menge beste Chancen, die
Turnovers auf beiden Seiten waren kaum noch zählbar. Demzufolge rettete die BG über die
Spielstände 56:54 und 63:57 sogar die Führung bis in die letzten beiden Spielminuten. Dazu die
frenetischen Fans im Rücken und sicherlich mehr Routine als Team als die jungen Münchner,
eigentlich eine gute Voraussetzung als solches für einen Sieg. Clint Hamann netzte eine Minute vor
dem Ende zum 65:63 ein, welche Bayerns bester Spieler, an diesem Abend, Marco Frank, aber
egalisieren konnte. Der letzte Angriff gehörte eigentlich dann den Kangaroos, ein haarsträubender
Turnover erlaubte den Gästen dann ein Fastbreak zur eigenen zwei Punkte Führung. Drei Sekunden
blieben auf der Spieluhr, der letzte Dreier der Leitershofer durch Zion Richardson verfehlte dann das
Ziel aber knapp.

Unter dem Strich bleibt positiv das Debüt von Emanuel Ansah zu vermerken, der in seinem ersten
Spiel schnell Fuß fasste. Dass der 28-jährige Kanadier den ein oder anderen Wurf vielleicht zu viel
nahm oder nehmen musste, spricht nicht gegen ihn, sondern eher dafür, dass er offensichtlich bereit
ist, in der verunsicherten Leitershofer Mannschaft Verantwortung und eine Führungsrolle zu
übernehmen. Hervorzuheben auch Nachwuchsspieler Dominik Heinrich. Ein Akteur, der auf dem Feld
unspektakulär, aber hart arbeitet und offensichtlich bereit ist, die Marschroute der Trainer diszipliniert
umzusetzen. Es sind nicht immer nur die direkt sichtbaren Aktionen, welche den Erfolg eines Teams
ausmachen. Bei zwei Dreipunktwürfen hatte Heinrich Pech, 4 Rebound, 4 Assists und eine Plusbilanz
von 11 Punkten während der Zeit, die er auf dem Spielfeld stand, sprechen aber für den 20-jährigen.
Auch Clint Hamann entwickelt sich konstant weiter, der 2,11 Meter Hüne vergab zwar ein paar gute
Chancen, hielt mit 10 Rebounds aber seine Farben auch lange im Spiel. Dazu kommt eine wesentlich
bessere Verteidigung als in den Spielen zuvor.

Auf der Negativseite bleibt neben der Leistung imvierten Viertel aber erneut auch die magere Bilanz von der Dreipunktelinie, sieben Treffer bei 35 Versuchen entsprechen gerade einmal 20% Quote.
Am kommenden Samstag geht es dann auswärts bei den Fellbach Flashers weiter, ehe dann am 17.
Januar um 19.30 Uhr mit der Orange Academy Ulm wieder eines der absoluten Spitzenteams in der
Stadtberger Halle gastiert. Zwei richtungsweisende Spiele für die BG im Play-Off Kampf.

BG Hessing Leitershofen: Dawson (13), Gregori (2), Göbel, Richardson (9), Womala, Anderson,
Ansah (22), Heinrich, Hamann 88), Westermeier (4), Alte (7).
Beste Werfer München: Frank (16), Yiamu (12), Sermpezis (12).

Stimmen zum Spiel:
BG-Cheftrainer Emanuel Richter:
„Positiv hervorzuheben ist, dass wir defensiv als Team agiert haben
und uns füreinander aufgeopfert haben, da sind wir auf einem guten Weg. So konnten wir den
Schlüsselspielern des Gegners wenig Raum gewähren. Im Angriff haben wir den Rhythmus nicht
gefunden und mehrere Chancen verpasst, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Das Debüt von
Emmanuel Ansah war erfreulich, er hat sich sehr schnell integriert. In der Offensive müssen wir
ruhiger, geduldiger und cleverer spielen, nur dann können wir solche Spiele in der Zukunft für uns
entscheiden“.
Kangaroos-Geschäftsführer Wayne Chico Pittman: „Leider hat uns wieder die Cleverness gefehlt und
wir haben es in der entscheidenden Phase erneut mit der Brechstange versucht. Anstatt es in Ruhe
herunterzuspielen, fabrizieren wir am Ende haarsträubende Turnovers. Für Emmanuel Ansah freue
ich mich über ein gelungenes Debüt, aber natürlich gewinnt nicht ein Spieler das Match, sondern es
muss auf mehrere Schultern verteilt werden. Es ist schade, dass ich auch nach 13 Spielen die immer
selben Fehler ansprechen muss. Wir müssen das abstellen. Für die Fans, die großartig hinter uns
standen, tut es mir leid, irgendwann muss die Mannschaft diese treuen Fans jetzt auch mal wieder
belohnen.“